BIG Koordinierung

Inzwischen sind zwar die Interventionen bei häuslicher Gewalt und die Kooperationsbeziehungen zwischen den beteiligten Stellen deutlich verbessert. Trotzdem kann es in Einzelfällen

  • zu Schwierigkeiten und Missverständnissen zwischen den am Interventionsprozess beteiligten Personen kommen oder
  • Lücken im Hilfesystem bzw. Informationsdefizite geben, die sich hemmend auf den Interventionsprozess auswirken.

Damit kann in bestimmten Fällen auch eine Konfliktvermittlung zwischen einzelnen am Interventionsprozess beteiligten Personen erforderlich werden, die die Mitarbeiterinnen von BIG Koordinierung moderieren.

Wir bieten allen Beteiligten die Möglichkeit, Informationen über Konfliktsituationen an uns weiterzuleiten, die im Zusammenhang mit der Intervention bei häuslicher Gewalt entstanden sind.

Wir bieten an, in solchen Konfliktsituationen zwischen den Parteien zu vermitteln. Wir wollen helfen, den konkreten Fall zu einer konstruktiven Lösung zu bringen und eventuell strukturell bedingte Probleme für die Zukunft zu beheben.

Wir können dann zum einen die Weiterleitung der Problemlage an die betreffende Stelle übernehmen, um hier eine Veränderung anzuregen.

Wir bieten aber zum anderen auch die Möglichkeit der Klärung und Lösung des Konfliktes in einem gemeinsamen Gespräch mit den Beteiligten.

Das Angebot der Konfliktbearbeitung richtet sich an alle Beteiligten: Gewalt betroffene Frauen genauso wie Vertreter/-innen der mit häuslicher Gewalt befassten Stellen (u.a. Behörden, Gerichte, Institutionen, Frauenprojekte oder Beratungsstellen).

Wir unterstützen Sie, indem wir

  • darauf hinwirken, eine für alle Beteiligten zufrieden stellende Lösung zu erarbeiten.
  • die Gesprächsbeteiligten bei der Entwicklung von Vereinbarungen begleiten, ohne selbst Entscheidungen zu treffen.
  • neutral bleiben: Wir suchen nicht nach Schuldigen, bewerten nicht und beziehen alle Sichtweisen mit ein.
  • Informationen vertraulich behandeln, die in diesem Zusammenhang an uns weiter gegeben werden.

Koordinatorin Bereich Recht

Seit 2011 koordiniert Wiebke Wildvang den Fachbereich Recht. Schon während des Studiums der Rechtswissenschaften in Berlin für amnesty international engagiert, arbeitete die 1967 geborene Juristin nach dem Ersten Staatsexamen bis zum Beginn des Referendariats in der Frauenwohngruppe am Trachenbergring für obdachlose Frauen. Ihre Tätigkeitsschwerpunkte sind Ausländer-  und Asylrecht, Familienrecht und Mietrecht. Neben der Arbeit bei BIG Koordinierung führt sie weiterhin ihre Kanzlei in Berlin und bietet als Rechtsanwältin Rechtsberatung in der Frauenberatung BORA.

Verwaltung und Organisation

Nach 25 Jahren in der Öffentlichkeitsarbeit eines großen Wirtschaftsunternehmens wollte die Berlinerin endlich wieder „etwas Greifbares produzieren“ und für Menschen arbeiten – im sozialen Bereich. Seit 2002 tut das die 1958 geborene Bürokauffrau glücklicherweise bei der BIG Koordinierung. Ihre Fähigkeiten in Sachen Computerwissen und Büroorganisation sind aus unseren Arbeitsabläufen nicht mehr wegzudenken.

Koordinatorin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die 1982 geborene Politik- und Kommunikationswissenschaftlerin hat während des Studiums in Berlin, München und New York journalistisch gearbeitet und ein Zusatzstudium Geschlechterforschung in Potsdam absolviert. Nach einer Hospitanz im Referat Häusliche Gewalt von Terre des Femmes arbeitete sie dort anschließend als freiberufliche Trainerin bei Fortbildungen für Berliner Bezirksverwaltungen. Bei BIG Koordinierung baut sie seit 2010 den Bereich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit aus.

Koordinator Bereich Täterorientierte Intervention

Den Diplompädagogen und Anti-Gewalt- und Kompetenztrainer (Jahrgang 1964) konnten wir 2008 für den neuen Fachbereich Täterorientierte Intervention gewinnen. Freiberuflich nach wie vor im Bereich der Beratung und Forschung zu Gewalt im Geschlechterverhältnis tätig, brachte er bereits bei seinem Wechsel zur BIG Koordinierung fundiertes wissenschaftliches Handwerk mit: 2000 – 2004 arbeitete er an der Wissenschaftlichen Begleitung der Interventionsprojekte gegen häusliche Gewalt, WiBIG, mit; 2006 - 2008 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter des Daphne II Projektes "Work with Perpetrators of Domestic Violence in Europe - WWP" von Dissens e.V. Seit 2005 ist er am Aufbau der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit häusliche Gewalt e.V. beteiligt. 

Koordinatorin Bereich Kinder und Jugendliche

Seit 2011 profitiert BIG Koordinierung von den vielfältigen Kompetenzen der Diplomsozialarbeiterin und –pädagogin (Jahrgang 1963) mit einem M.A., Schwerpunkt Familie. Eine Ausbildung in Mediation (Schwerpunkt Kinder- und Jugendhilfe) und als insoweit erfahrene Kinderschutzfachkraft nach § 8 a SGB VIII sind nur zwei der zahlreichen Qualifikationen, die die Trainerin für Interkulturelle Begegnungen und freiberufliche Fortbildnerin im Bereich häusliche Gewalt und Kinderschutz in ihre Arbeit an der Schnittstelle zwischen BIG Koordinierung und BIG Prävention einbringt. Zusätzlich ist sie beim Frauenprojekteträger BORA e.V. tätig, seit 2010 außerdem Lehrbeauftragte an der Fachhochschule Potsdam, Bereich Sozialwesen.

Geschäftsführung
Koordinatorin Unterstützungsangebote für Gewalt betroffene Frauen

Die Diplompädagogin und Mediatorin setzt sich seit der Stunde Null für BIG e.V. ein. 1956 geboren arbeitete sie von 1986 – 1995 in einem Berliner Frauenhaus sowohl im Kinderbereich und in der Beratung Gewalt betroffener Frauen als auch in der Öffentlichkeitsarbeit. Sie war Mitbegründerin und -initiatorin der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen. Von Anfang an als Koordinatorin dabei ist sie maßgeblich am Erfolg von BIG e.V. beteiligt. Neben der Geschäftsführung und ihrer Tätigkeit in der Koordinierungsstelle kümmert sie sich um die Vernetzung in nationalen und internationalen Gremien und ist freiberuflich in Fortbildungen zu häuslicher Gewalt und in Multiplikator(inn)enschulungen tätig.

Wir bieten Fortbildungen, Beratungen und Arbeitshilfen an. So unterstützen wir die mit häuslicher Gewalt befassten Institutionen und Berufsgruppen dabei, die komplexen Folgen häuslicher Gewalt im Arbeitsalltag besser berücksichtigen zu können.

Alle Strategien und Maßnahmen bei der Intervention gegen häusliche Gewalt – insbesondere die im Rahmen von BIG e.V. entwickelten - werden auf ihre Umsetzung und Wirksamkeit hin beobachtet und analysiert.

In erster Linie werten wir dazu Rückmeldungen Gewalt betroffener Frauen oder von Berufsgruppen, die mit häuslicher Gewalt befasst sind, aus.

Gleichzeitig gewinnen wir Erkenntnisse aus Fragebogenerhebungen und Einzelfallanalysen sowie mittels großflächiger, Berlin-weiter Datenerhebungen.

Ein effektives System der Hilfe bedarf der Koordinierung. Wenn in Berlin auch die einzelnen Projekte und beteiligten AkteurInnen z. T. sehr gut vernetzt sind, bleibt die Struktur der Hilfeeinrichtungen bei häuslicher Gewalt dennoch außerordentlich komplex.

Die Analyse von Interventionsprozessen ermöglicht es uns, eventuell bestehende Lücken in dieser Struktur zu erkennen und die Wirksamkeit von Maßnahmen zu evaluieren.

Zusätzlich versuchen wir, Kommunikation und Kooperationsbeziehungen zwischen allen an der Intervention beteiligten Berufsgruppen (z.B. Polizei, Jugendämter, Justiz und Frauenprojekte) zu intensivieren und koordinierte Verfahrensabläufe zu implementieren.

Die Mitarbeiterinnen von BIG Koordinierung werden daher im Bedarfsfall koordinierend tätig, indem sie z.B.

  • interdisziplinäre Expert(inn)engremien einsetzen, die einzelfallbezogene oder strukturelle Maßnahmen und Handlungskonzepte optimieren oder neu entwickeln
  • für bestimmte Berufsgruppen flächendeckend die für eine effektive Intervention erforderlichen Informationen erstellen und verteilen.

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