BIG Koordinierung | Bei häuslicher Gewalt. Hilfe für Frauen und ihre Kinder

BIG-Service

Aufgaben

Am 1.1.2003 war der Aufbau der "Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt" abgeschlossen, und neue Aufgaben konnten übernommen werden.

Analyse von Interventionsprozessen

Alle Strategien und Maßnahmen bei der Intervention gegen häusliche Gewalt - insbesondere die im Rahmen des BIG-Projektes entwickelten - werden auf ihre Umsetzung und Wirksamkeit hin beobachtet und analysiert.

Dazu werden in erster Linie Rückmeldungen gewaltbetroffener Frauen oder von Berufsgruppen, die mit häuslicher Gewalt befasst sind, ausgewertet. Gleichzeitig werden Erkenntnisse aus Fragebogenerhebungen und Einzelfallanalysen sowie mittels großflächiger, Berlin-weiter Datenerhebungen gewonnen. Mit diesen Instrumenten soll auch längerfristig die Wirkungsweise weiterer Maßnahmen festgestellt werden.

Konfliktbearbeitung

Obwohl inzwischen eine deutliche Verbesserung der Interventionen bei häuslicher Gewalt und der Kooperationsbeziehungen zwischen den beteiligten Stellen festzustellen ist, kann es weiterhin in Einzelfällen

  • zu Schwierigkeiten und Missverständnissen zwischen den am Interventionsprozess beteiligten Personen kommen oder
  • Lücken im Hilfesystem bzw. Informationsdefizite geben, die sich hemmend auf den Interventionsprozess auswirken.

Ein Aufgabenschwerpunkt der Interventionszentrale ist daher die Recherche und Klärung problematischer Einzelfälle und Sachverhalte. Damit kann in bestimmten Fällen auch eine Konfliktvermittlung zwischen einzelnen am Interventionsprozess beteiligten Personen erforderlich werden, die die Mitarbeiterinnen der Interventionszentrale moderieren.

Koordinierung

Die Ergebnisse der Analyse von Interventionsprozessen und der Konfliktbearbeitungen ermöglichen Rückschlüsse über die Wirksamkeit von Maßnahmen und über eventuell bestehende Lücken.

Die Mitarbeiterinnen der Interventionszentrale werden daher im Bedarfsfall koordinierend tätig, indem sie z.B.

  • interdisziplinäre ExpertInnengremien einsetzt, die einzelfallbezogene oder strukturelle Maßnahmen und Handlungskonzepte optimieren oder neu entwickeln
  • für bestimmte Berufsgruppen flächendeckend die für eine effektive Intervention erforderlichen Informationen erstellt und verteilt.

Durch die Tätigkeit in der Interventionszentrale wird ein kontinuierlicher Prozess der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung effektiver Interventionen bei häuslicher Gewalt in Gang gehalten.

Weitere Aufgabenbereiche sind:

  • Verbesserung der Kooperationsbeziehungen und der Koordination der an der Intervention bei häuslicher Gewalt beteiligten Berufsgruppen
  • Die Etablierung weiterer Seminarangebote in Aus- und Fortbildung der mit häuslicher Gewalt befassten Berufsgruppen
  • Die Entwicklung zusätzlicher gezielter Maßnahmen zur Verbesserung des Schutz- und Unterstützungsangebotes für gewaltbetroffene Frauen und ihre Kinder
  • Öffentlichkeitsarbeit zur weiteren Enttabuisierung von häuslicher Gewalt.