BIG Koordinierung | Bei häuslicher Gewalt. Hilfe für Frauen und ihre Kinder

BIG-Service

Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt - BIG

Das BIG-Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, neue Wege und Strategien gegen häusliche Gewalt zu entwickeln und einen breiten sowie handlungsfähigen Kooperationsverbund zwischen allen Stellen aufzubauen, die mit der Intervention bei häuslicher Gewalt befasst sind.
     Dazu gehören v.a. Polizei, Zivil- und Strafgerichte, Jugend- und Sozialämter, Anti-Gewaltprojekte und die zuständigen politischen EntscheidungsträgerInnen.
    Dieser Ansatz geht davon aus, dass ein wirksamer Schutz für Frauen und ihre Kinder nur erreicht werden kann, wenn auf individueller, institutioneller und gesellschaftlicher Ebene ein veränderter Umgang mit Männergewalt vollzogen wird, der auch die Täter in den Blick nimmt.

In diesem Kontext liegen die Hauptaufgaben der Interventionszentrale darin,

  • die Interventionen bei häuslicher Gewalt zu optimieren
  • auf eine koordinierte und kooperative Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen hinzuwirken und
  • umfassende Öffentlichkeitsarbeit zu leisten.

Häusliche Gewalt

Gewalt durch den Partner gehört für viele Frauen und damit auch für deren Kinder zum Alltag. Jede vierte Frau, so heißt es in der jüngsten repräsentativen Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) von 2004, hat in ihrem Leben mindestens einmal körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch einen Beziehungspartner erlebt. Die Zahlen machen das Ausmaß der Gewalt deutlich, und sie erschrecken.

Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das sich durch alle Schichten und sozialen Milieus zieht. Der Begriff „Häusliche Gewalt“ umfasst alle Formen der körperlichen, sexuellen, seelischen, sozialen und ökonomischen Gewalt, die zwischen erwachsenen Menschen stattfindet, die in einer nahen Beziehungen zueinander stehen oder gestanden haben.

Das sind vor allem Personen in Lebensgemeinschaften, aber auch in anderen Verwandtschaftsbeziehungen. Gewalt im vermeintlichen Schutzraum des eigenen „Zuhauses“ wird fast ausschließlich von Männern gegen Frauen ausgeübt. Sie ist Ausdruck des strukturellen Machtverhältnisses zwischen Männern und Frauen in der Gesellschaft.

Zahlen, Daten, Fakten

Berlin 2005

  • 2005 gab es 11.659 Fälle häuslicher Gewalt, in denen die Berliner Polizei eingeschritten ist.
  • Darunter waren 5.365 Fälle (46%) vorsätzliche leichte Körperverletzung und 1.198 Fälle (10,3%) gefährliche und schwere Körperverletzung.
  • Elf Frauen wurden im Jahr 2005 getötet. In vier Fällen registrierte die Polizei einen Tötungsversuch.
  • In rund 1.180 Fällen sprach die Polizei Wegweisungen aus. Das heißt: Der Täter musste die Wohnung verlassen, nicht die Betroffene.
  • Ca. 3.200 Frauen und ihre Kinder suchten Schutz in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen.
  • Innerhalb von sechs Jahren seit ihrer Gründung hat die BIG Hotline insgesamt etwa 30.000 Anrufe erhalten und in etwa 750 Fällen mit ihrer Mobilen Intervention betroffene Frauen unterstützt, z. B. im Anschluss an Einsätze der Polizei oder durch Begleitung zu Gerichten.
  • 1.331 familien- und zivilgerichtliche Verfahren nach § 1 und § 2 Gewaltschutzgesetz (Schutzanordnungen und Wohnungszuweisungen) und 13.357 Ermittlungsverfahren der Staats- und Amtsanwaltschaft wurden eingeleitet.

BIG - die Berliner Interventionszentrale bei häuslicher Gewalt

arbeitet an der Entwicklung, Veränderung und Verbesserung von Maßnahmen und Strategien gegen häusliche Gewalt gegenüber Frauen und ihren Kindern auf struktureller und politischer Ebene.

Träger des Projekts ist der Verein "Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen" (BIG e.V.).

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