EU-Projekt erfolgreich beendet
(09/2006) BIG hatte sich als Partnerprojekt an einem EU-geförderten Vorhaben eines französischen Frauenprojekts beteiligt, das im Zusammenhang steht mit dem Brüsseler Aufruf VP/2004/012. Dieser unterstützt Initiativen, die sich sowohl der Prävention als auch der Bekämpfung häuslicher Gewalt gegen Frauen widmen. Beantragt und durchgeführt wurde das Projekt durch APIAF (Zentrum für die Aufnahme und Betreuung von Frauen, die Opfer häuslicher Gewalt wurden, in Toulouse, Frankreich) in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern in England, Spanien, Bulgarien und der Bundesrepublik (BIG e.V. u.a.) sowie weiteren französischen Institutionen im medizinischen und im Fortbildungssektor.
Unter anderem hat es im Jahr 2005 zwei Konferenzen in Toulouse gegeben, in denen über die Rechts- und Unterstützungssituation in den einzelnen Ländern debattiert wurde. Nicht zuletzt soll im Zuge des Zusammenwachsens der Europäischen Union das Thema häusliche Gewalt auch unter dem Blickwinkel der unterschiedlichen Rechtsprechung in den verschiedenen Ländern der Union beleuchtet werden. Besonderer Fokus wurde auf die Situation gewaltbetroffener Frauen mit Kindern gelegt im Hinblick auf die Umgangsrechte der Väter und die Rolle der Institutionen – vor allem der Gerichte und der Jugendämter – dabei.
Einerseits wurde bei den jeweiligen Rechtsvergleichen deutlich, dass sehr unterschiedliche Rechtsgrundlagen vorliegen und die Ansiedlung der Maßnahmen teilweise eher im Strafrecht liegen, teilweise eher im Zivilrecht. Andererseits wurde aber festgestellt, dass die tatsächlichen Schwierigkeiten bei der Behandlung der einzelnen Fälle und Problemstellungen sehr ähnlich und vergleichbar sind. In Bulgarien kommt noch die politisch-wirtschaftliche Lage hinzu, die die aufgezeigten Probleme noch verstärkt.
Des Weiteren gab es einen Besuch der Französinnen in Sofia und in Berlin, bei denen sie einige Institutionen besuchten und deren Vertreterinnen interviewten. In Berlin gehörten dazu u.a. die Berliner Polizei, ein Beratungsprojekt, die Pressestelle des Kammergerichts Berlin und die BIG-Hotline. Dabei wollten sie sich einen Überblick über die Situation in Deutschland verschaffen, aber auch O-Töne von Expertinnen einfangen.
Ein Ziel des Projekts war die Erstellung eines Films, der in Kooperation mit dem Offenen Kanal Dessau produziert wurde. Er soll die öffentliche Wahrnehmung des Problems der häuslichen Gewalt erweitern und die Koordinierung aller damit befassten Stellen befördern, um die Betreuung der betroffenen Frauen zu verbessern. Ausgehend von Fallbeispielen sollen betroffene Frauen zu Wort kommen, deren Situation dann mit der rechtlichen Situation in den verschiedenen Ländern verglichen wird.
Dieser Film ist nun in französischer Sprache mit deutschen Untertiteln erstellt und
– wie wir nach unserer Preview finden – gelungen. Der Film ist in erster Linie für den Einsatz bei Fortbildungen gedacht. Über die Einzelheiten des Vertriebs muss mit den Filmemacherinnen noch gesprochen werden.
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