BIG Koordinierung | Bei häuslicher Gewalt. Hilfe für Frauen und ihre Kinder

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Männer-Initiative gegen Zwangsehen gegründet

Eine Arbeitsgruppe befasste sich mit der Rolle und Verantwortung von Männern - die "als Hauptverantwortliche für diese Form von Gewalt nicht länger wegschauen dürfen", wie Tas sagte. Gewalt in Form von Zwangsehen fände häufig in Familien statt, in denen Väter sich nur als Ernährer sehen und keine emotionale Bindung zu ihren Kindern aufbauen. Doch sie zu erreichen, sei ausgesprochen schwierig. Der islamische Verein Inssan verteilt inzwischen Postkarten gegen Zwangsehen in Moscheen. Eine Mitarbeiterin vom Türkischen Bund klagt: "Wir bekommen keinen Mann dazu, ehrenamtlich in die entsprechenden Cafés zu gehen. Außerdem fehlt das Konzept, wie man die Leute anspricht, ohne dass sie einen gleich rausschmeißen." Tas ergänzte, dass ihm nur zwei Schulen in Kreuzberg und Neukölln bekannt sind, die Eltern aktiv in die Arbeit einbeziehen.Doch gerade Schulen seien gefordert, weil sie erzieherisch auf die Jugendlichen einwirken, die später zwangsverheiratet werden. "Es gilt, das Selbstbewusstsein der Mädchen zu stärken, ihnen zu zeigen, daß sie keine Einzelfälle sind und dass es Hilfsmöglichkeiten gibt", sagt Rahel Volz von Terre des Femmes.Auch Jungen müßten individuell erzogen sowie über Menschenrechte aufgeklärt werden - denn auch sie seien Opfer von Zwangsehen. Entsprechendes Unterrichtsmaterial und Plakate hat die Organisation erarbeitet. Vorbild ist wieder Schweden, wo alle staatlichen Schulen pädagogisches Material gegen Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat erhalten.

Quelle: Berliner Morgenpost