„Kinder und häusliche Gewalt“ - Fachtag im Bezirk Spandau am 8.9.2004
Im altehrwürdigen Rathaus Spandau fand am 8. September 2004 der 7. erfolgreiche Fachtag in einem Berliner Bezirk zum Thema „Kinder und häusliche Gewalt“ statt. Fast 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Berufsfeldern – Sozialpädagogischer Dienst, Kinder- und Jugendgesundheitsdienst, Kriseneinrichtungen, Erziehungs- und Familienberatung, TherapeutInnen, Schulpsychologischer Dienst, Kitas, KinderärztInnen, Polizei, Frauen- und Jugendprojekte kamen zusammen. Geplant, organisiert und durchgeführt wurde der Fachtag von der Plan- und Leitstelle Gesundheit und Soziales in Spandau und von BIG.
Nach der Begrüßung durch den Stadtrat für Finanzen, Verwaltung und Wohnen, Axel Hedergott in Vertretung der Bezirksstadträtin für Soziales und Gesundheit, wurden Vorträge gehalten zum Thema: Kinder und häusliche Gewalt – Kinder misshandelter Mütter und zum Thema: Rechtlicher Schutz für Kinder bei häuslicher Gewalt. Anschließend präsentierten die Vertreterinnen zweier Kooperationsmodelle ihre Arbeit unter dem Motto „Good Practice“: Das Bündnis gegen häusliche Gewalt in Berlin-Mitte und das Krisenteam in Spandau. In Mitte meldet z.B. die Polizei nach einem Einsatz bei häuslicher Gewalt, wenn sie Kinder dabei antrifft, dieses unmittelbar an das zuständige Jugendamt, das seinerseits innerhalb von zwei Tagen Kontakt mit der betreffenden Familie aufnimmt.
Nachmittags wurde in vier Foren weiter gearbeitet und bestimmte Aspekte bzw. Schwerpunkte in der Arbeit mit Kindern und Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, beleuchtet, z.B. die Auswirkungen häuslicher Gewalt auf Kinder – Schwerpunkt Traumabearbeitung; die Arbeit in Beratung und Therapie mit Migrantinnen und deren Kindern und es wurde der Frage nachgegangen, was Gewaltsysteme zusammenhält bzw. wieso die Trennung von einem gewalttätigen Partner für Frauen häufig ein schwieriger, langwieriger Prozess ist.
Besonderes Gewicht hatte das Thema Kooperation und Vernetzung der beteiligten Institutionen im Bezirk:
Wie können Informationen besser gebündelt und aufbereitet werden? Sollte es auch für den Bezirk Spandau eine Notfallkarte geben? Wie können bereits vorhandene Kooperationsstrukturen gefestigt und ausgebaut werden, z.B. zwischen Polizei und Jugendamt? An wen kann ich mich als Kitaerzieherin wenden, wenn ich Rat und Unterstützung brauche, weil ich weiß, ein Kind ist von häuslicher Gewalt betroffen?
Eine Dokumentation der Tagung wird vom Bezirksamt Spandau erstellt, in der sowohl die Vorträge nachzulesen, als auch die Ergebnisse der Arbeit in den Foren nachzuvollziehen sind.
Weitere Fachtage zum Thema „Kinder und häusliche Gewalt“ in anderen Bezirken sind in Planung.
Ulrike Kreyssig, Koordinatorin bei BIG
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