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"Häusliche Gewalt erkennen und reagieren!" - Bundesministerin Renate Schmidt stellt Praxishandbuch für Fachpersonal im Gesundheitsbereich vor

(Quelle: BMFSFJ Internetredaktion, Pressemitteilung Nr. 176/2004)
Veröffentlicht am 14.05.2004
Thema: Gleichstellung

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat am 14.05.2004 auf einer bundesweiten Fachtagung in Berlin das Praxishandbuch ''Häusliche Gewalt gegen Frauen und gesundheitliche Versorgung'' vorgestellt, das ein Ergebnis der vom Bundesministerium geförderten wissenschaftlichen Begleitung des Interventionsprojektes S.I.G.N.A.L. gegen Gewalt an Frauen ist. Die Ergebnisse des Projektes sollen mit Hilfe des Praxishandbuches Fachpersonal in Kliniken zu Gute kommen.

Im Rahmen des S.I.G.N.A.L.-Projektes wurden Ärzte und Ärztinnen sowie Pflegekräfte darin geschult, gewaltbedingte Verletzungen und Beschwerden zu erkennen, Verletzungen möglichst gerichtsverwertbar zu dokumentieren, Gefährdungssituationen zu klären und betroffene Frauen anzusprechen und über bestehende Hilfsangebote zu informieren.

''Frauen, die von Gewalterfahrungen betroffen sind, fällt es in der Regel nicht leicht, sich gegenüber einer dritten Person zu öffnen - obwohl sie fachkundige Hilfe brauchen'', sagte Bundesministerin Renate Schmidt. ''Deshalb ist es wichtig, das Fachpersonal so zu schulen, dass es häusliche Gewalt erkennt und darauf reagiert, damit betroffene Frauen eine optimale medizinische und psychosoziale Versorgung erhalten. Mit dem Praxishandbuch des S.I.G.N.A.L.-Projekts wollen wir dem Fachpersonal eine praktische Hilfe mit auf den Weg geben, um den Umgang und die gesundheitliche Versorgung von betroffenen Frauen wirksam zu verbessern.''

Das Handbuch soll Orientierungshilfen für die Einführung von Interventionsprojekten in der gesundheitlichen Versorgung bieten und richtet sich in erster Linie an Erste-Hilfe-Stationen in Krankenhäusern und Ambulanzen.

Zeitgleich zu dem Praxishandbuch wird der wissenschaftliche Begleitbericht des Projektes veröffentlicht, der die zentralen Ergebnisse aus der Evaluation der Schulungen von Pflegekräften sowie Ärztinnen und Ärzten sowie Daten aus einer Patientinnenbefragung enthält. Danach waren rund 36 Prozent der Befragten, die wegen Gewaltanwendungen in ärztlicher Behandlung waren, nach dem 16. Lebensjahr mindestens einer häuslichen Gewaltanwendung ausgesetzt, 57 Prozent dieser Personengruppe erlitten gesundheitliche Beeinträchtigungen.

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO ist häusliche Gewalt gegen Frauen einer der relevanten Risikofaktoren für die Gesundheit von Frauen. Dabei dominieren bei den körperlichen Verletzungen Hämatome und Prellungen, Frakturen und Stich-, Schuss- oder Brandverletzungen. Bei den psychischen Folgen überwiegen Angst, Panikattacken und Depressionen.

Weitere Informationen zum Thema Gewalt gegen Frauen finden Sie auf unserer Homepage und unter www.bkfrauengesundheit.de. Auch das Handbuch sowie der wissenschaftliche Bericht ist im Internet abrufbar oder kann bei der Broschürenstelle
(Tel.: 0180 5329329) des Bundesministeriums kostenlos bestellt werden.

Link:
Wissenschaftliche Begleitung des S.I.G.N.A.L.-Interventionsprojektes gegen Gewalt an Frauen