BIG Koordinierung | Bei häuslicher Gewalt. Hilfe für Frauen und ihre Kinder

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Konferenz „Alltägliche Gewalt und Menschenrechte“ des Europäischen Forschungsnetzwerkes CAHRV

Co-ordination Action on Human Rights Violations, 23. – 26. September 2004, Osnabrück

Seit der Weltfrauenkonferenz in Beijing wird weltweit darüber diskutiert, dass Gewalt gegen Frauen im Alltag eine Frage der Verletzung von Menschenrechten ist. Gewalt gegen Frauen und Mädchen ist zunehmend zu einem öffentlichen Thema geworden, dem sich mittlerweile internationale Organisationen wie EU, UNO und WHO angenommen haben. Im Rahmen des 6. Forschungsprogrammes der EU hat sich ein Netzwerk zusammengefunden, das die Forschungsdiskussion über Menschenrechtsverletzungen genau auf diese alltäglichen Übergriffe fokussieren will.

In diesem Netzwerk sind 22 Partnerorganisationen in 14 europäischen Ländern und einzelne Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen beteiligt, die ihre Forschungsschwerpunkte in verschiedenen Bereichen der interpersonellen Gewalt haben. Das Netzwerk wird Forschung zu allen Formen der interpersonellen Gewalt im Verhältnis zwischen den Geschlechtern und den Generationen mit einem integrativen Ansatz zusammenführen und die Bereiche Prävalenz und Folgen für Opfer, Ursachen der Täterschaft, Interventionsstrategien und deren Evaluation, und zukunftsorientierte Prävention miteinander verbinden. Es ist in vier Subnetworks strukturiert, die ihren Fokus auf zentrale Aspekte von interpersoneller Gewalt richten und baut auf Ergebnisse und Erfahrungen von vorangegangenen EU-Projekten und (EU)-Netzwerken, sowie der Arbeit der Expertengruppe des Europarates auf.

Die zentrale Koordination ist an der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Carol Hagemann-White, und Universität Göteborg, Schweden, angesiedelt. Sie wird die Integration der verschiedenen Bereiche, sowie Transparenz und Kommunikation gewährleisten.

Vom 23.-26. September 2004 findet die Konferenz „Alltägliche Gewalt und Menschenrechte“ in Osnabrück statt, die sich in zwei Teile gliedert.

  1. Forschungspräsentationen des BMFSFJ: „Gewalt im Geschlechterverhältnis – Prävalenz, Folgen und Intervention“
  2. Eröffnungskonferenz der Co-ordination Action on Human Rights Violations (CAHRV): “Human Rights and Health

23. September: Forschungspräsentationen des BMFSFJ: „Gewalt im Geschlechterverhältnis – Prävalenz, Folgen und Interventionen

Am 23. September werden erstmalig Ergebnisse der aktuellen relevanten deutschen Forschungen präsentiert, die im Auftrag des BMFSFJ durchgeführt wurden:

  • Erste bundesweite Prävalenzstudie zu Gewalt gegen Frauen,
  • sechsjährigen Begleitforschung der Interventionsprojekte gegen „häusliche Gewalt“ (WIBIG)
  • Pilotstudie zu Gewalt gegen Männer
  • Erhebungen der Lesbenberatungsstellen und Lesbentelefone zum Thema „Gewalt gegen Lesben“

ExpertInnen aus Politik, Wissenschaft und Praxis werden anschließend in kurzen Statements die Bedeutung der vorgestellten Forschung für die jeweiligen Handlungsbereiche beleuchten.

Eine Einordnung der deutschen Studien im Rahmen der internationalen Forschung und politische Einordnung im Rahmen von „gender mainstreaming“ erfolgt durch Prof. Dr. Myra Marx Ferree, European Union Centre of the University of Wisconsin, Madison.

Dieser Präsentationstag wird mit finanzieller Unterstützung des BMFSFJ in deutscher Sprache mit Simultanübersetzung für das Europäische Publikum durchgeführt.

Am 24. September werden im Rahmen der CAHRV-Konferenz Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen europäischen Ländern Forschungsergebnisse aus den Bereichen gesundheitlichen Auswirkung von Gewalt, Kindesmissbrauch als Menschenrechtsverletzung, „gendered practice and masculinity“ in EU-Beitrittsländern, sowie gute Praxisansätze und Begleitforschung im Gesundheitswesen bei häuslicher Gewalt präsentieren.

In parallelen Foren werden am 25. September die vier Sub-networks von CAHRV nach einführenden Präsentationen ihre Aktivitäten in der Co-ordination Action im Detail planen:

Sub-network 1: Identifiying and profiling victimisation;
Sub-network 2: The roots of interpersonal violence: gendered practices, social exclusion and violation;
Sub-network 3: Addressing human rights violations;
Sub-network 4: Protective environmental factors securing human rights.
Die Sub-networks sind offen für interessiertes Fachpublikum.

Das Programm und Anmeldeformular: PDF-Download

Universität Osnabrück
CAHRV
c/o Sabine Bohne
Kolpingstr. 7
49069 Osnabrück
Tel.: 0541 – 969 4927
Email: sbohne@uos.de